17 Sep
Mein Saisonabschluss ist vollbracht – und weitaus erfolgreicher als nach dieser durchwachsenen Saison zu erwarten war. Beim Ironman UK konnte ich mit dem 3. Gesamtplatz im Frauenfeld zum ersten Mal auf dem Podium eines Ironmanrennens finishen.
Sowohl mein Zeitbudget als auch mein Gesundheitszustand liesen dieses Jahr zu wünschen übrig, somit bin ich nicht mit den größten Erwartungen ins Rennen gestartet. Auch hätte ich nicht gedacht, dass das Rennen vom letzten Jahr bzgl. Schwierigkeit noch zu toppen wäre, aber 2008 war mein bisher härtestes Ironman Rennen auf Grund von Wind, Kälte und Höhenmeter und den Streckenverhältnissen. Als Favoritinnen wurde vor allem Bella Comerford (zahlreiche IM Siegerin, Weltmeisterin auf der LD), Alice Hector (3.Platz Langdistanz Weltmeisterschaft 2007) und Rachel Joyce (Schottische Mitteldistanz Meisterin) gehandelt. Mit Heike Funk war ebenfalls eine ehemalige Ironmansiegerin gemeldet, sowie die 5.platzierte vom letzten Jahr (Yvett Grice) und Monika Stadlmann, die sich erst vor 2 Wochen den Fizestaatsmeistertitel über die Mitteldistanz in Österreich geholt hat. Grund genug die Erwartungen niedrig anzusetzen
Schon im Wasser hat sich angekündigt, dass es ein langer harter Tag werden wird: 16° und ca. 25min Verzögerung bis zum Startschuss. Mein großer Rückstand nach dem Schwimmen hat gezeigt, dass ich vor allem diese Disziplin stark vernachlässigt habe. 1-2x die Woche 2km „baden” ist definitiv zu wenig
aber ich gelobe Besserung!
Sehr enttäuscht kam ich mit über 13 Minuten Rückstand auf die erste Frau und auch 11min auf Heike Funk, die spätere 2.des Rennens, aus dem Wasser!
Der Radpart war gespickt mit ständigen Auf und Ab´s: sowohl auf der Strecke mit über 2000 HM aber auch mental. Der Gedanke einfach aufzuhören war auf Grund der Kälte, vor allem aber durch den Wind und den schlechten Asphalt, zugegebenermaßen immer präsent. Aber meine Eltern waren extra aus Frankreich am Ende Ihres Urlaubes angereist und Michi´s Schwester Dani und Ihr Mann Werner waren auch die Woche mitgeflogen, also hieß es Zähne zusammenbeißen.
Enttäuscht über die Schwimmzeit bin ich etwas zu intensiv die erste Runde angefahren. Auf Runde 2 und 3 hat sich aber die Vernunft eingeschaltet, was sich später beim Laufen ausbezahlt hat. Trotz gefühlt langsamen Vorankommens konnte ich Athletin um Athleten einsammeln und schließlich als 4. Frau vom Rad steigen. Heike Funk fuhr ein ähnliches Rennen, also blieb unser Abstand ziemlich gleich, jedoch beim Wechsel kam noch eine Minute dazu.
Das Radrennen war in diesem Jahr eines der schwersten im Ironmanzirkus. Der schnellste Mann konnte den Kurs in gerade 5:09h bewältigen. Das Gefühl in meinen Beinen hat nicht prophezeit, dass ich anschließend auf der verwinkelten Marathonstrecke mit über 600 HM noch ein Vorlaufen auf Platz 3 und eine deutlich Verkürzung des Abstandes zu Funk erreichen könnte. Mit einem 3:31h Marathon jedoch sicherte ich mich gegenüber der schnellen Athleten hinter mir ab und machte nach vorne wieder Boden gut. Am Ende waren es nur noch 4 Minuten die von Platz 2 in diesem harten Rennen trennten. Trotzdem ist die Freunde riesig, da es gänzlich unerwartet schien, hier auf dem Podium zu landen und als 3. Frau einzulaufen! Auf Grund der wirklich notwendigen Saisonpause habe ich wie schon letztes Jahr die Quaifikation für die Ironman Weltmeisterschaft auf Hawaii nicht angenommen.
Das Rennen wurde – wie bereits zahlreiche andere Ironmanrennen in diesem Jahr (IM Südafrika, IM Lanzarote, Embrunman) – von der Vorjahressiegerin Bella Comerford gewonnen. Sie war die einzige Frau, die die 10 Stundemarke knapp unterbieten konnte. Ihr Lebensgefährte Stephen Bayliss (Sieger IM Südafrika) hat das Männerrennen für sich entschieden, ebenfalls als einziger unter der 9h Marke. Meine englischen Planet X Team Kollegen Spencer Smith und Nick Saunders belegten Rad 4 und 5 im Männerfeld! Ein 3.4. und 5. Platz für Planet X – ein toller Erfolg!
Wolfgang Schmatz, seit 1.5h Jahren von mir trainiert, wurde Gesamt 17ter in 9:47h mit dem 7. schnellsten Laufsplitt in 3:09 und souveräner Sieger der AK 45-49. Herzlichen Glückwunsch!
Ganz herzlich möchte ich mich bei meinen Betreuer (meine Eltern, Dani & Werner), meinen Sponsoren und allen die die Daumen gedrückt haben, bedanken! Mit Ihrer Hilfe und Unterstützung kann ich trotz meines niedrigen Zeitbudgets diese Leistung abrufen und auch immer mit dem perfekten Material und professionell betreut am Start stehen!
Ich verabschiede mich jetzt in eine 4-6 wöchige Pause um dann, wie bereits im Ziel versprochen einen Schwimm- & Laufschwerpunkt im Winter zu setzten! Auf dem Programm stehen viel Krafttraining, viele Schwimm(-technik) Einheiten und die Arbeit um meine Laufleistung weiter zu verbessern. Nächstes Ziel wird eine die Staffelteilnahme beim Challenge in Wanaka sein, bei der ich erstmals den Laufpart übernehmen werde!